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NICHT ABWARTEN – LIEBER GLEICH TEE TRINKEN

DAS HEIßGETRÄNK BELEBT GEIST UND WIRTSCHAFT
2737 vor Christus: Der Kaiser Shen-Nung trank aus hygienischen Gründen nur abgekochtes Wasser. Eines Tages wehte ein Blatt eines Teezweiges in sein heißes Wasser und färbte es gold. Der Kaiser kostete davon und erlebte den erfrischenden Geschmack. Er war beeindruckt und trank von da an nur noch seinen „Tschai“.
Ein arabischer Seidenhändler brachte um 900 n. Chr. das Wissen über eine Pflanze, die man besteuere und ein Getränk (cha) daraus brühe, nach Europa. Der Italiener Ramusio beschrieb als Erster dessen Anbau, Zubereitung und Wirkung. Der allererste Tee wurde mit Blättern gedämpft, zerstoßen und mit vielerlei Zutaten (Ingwer, Salz, Apfelsinenschalen, Milch und Zwiebeln) gekocht. Das Getränk war sicher keine Offenbarung, aber es hatte viele positive Wirkungen, die auf den Gehalt an Gerbsäure (Tannin) und an Teein zurückzuführen sind. Bald entwickelte sich Tee zu einem Getränk der Gesellschaft und die Königshäuser Englands führten die tägliche Teestunde zur Entspannung ein. Das weltweit bekannte und beliebte Getränk wird aus den getrockneten Blättern des Teestrauches hergestellt. Dieses immergrüne Baumgewächs mit den gelblich weißen Blüten wächst in den Tropen bzw. Subtropen und wird in großen Plantagen gezogen. Wissenschafter sind sich bis heute nicht einig, welche die Ur-Teepflanze ist. Ist es der baumartige bis zu 20 Meter hohe Assm-Tee (Thea Assamica) oder der niedrig bleibende China-Teestrauch (Thea sinensis)? Sicher ist aber, dass diese beiden Ur-Teepflanzen immer wieder gekreuzt und viele Sorten herausgezüchtet wurden. Ein aromatisches, wohlschmeckendes und auch wenig klimaempfindliches Produkt – der Tee – war kreiert. Das Ausgangsprodukt jedes Tees ist immer ein fein behaartes, silbrig schimmerndes Blatt dieses durch Kreuzungen veredelten Teestrauches. Den typischen Geschmack bekommt jede Teesorte durch Klima, Bodenbeschaffenheit und Jahreszeit der Ernte.
TEE IN SEINER HEUTIGEN VIELFALT
Pro Hektar Anbaufläche erreichen ca. 13 000 Teepflanzen nach vier Jahren die Pflückreife, der Hektarertrag ergibt dann durchschnittlich 1500 Kilogramm aufgussfertigen Tee. Regelmäßiges Stutzen, Düngen, Unkrautkontrolle und stetiges Pflücken sind wichtig für die Qualität und sichern viele Arbeitsplätze in Gebieten wo Tee angebaut wird.
Die größten Teelager der Welt sind heute in Kalkutta und in Colombo. In Kalkutta wird seit ungefähr 100 Jahren der besonders kräftige, herbe Ceylon Tee angebaut. In Südostasien hat sich aus der traditionellen Anbauweise eine verstaatlichte Plantagenwirtschaft entwickelt. Indien und China decken 40 Prozent des weltweiten Teekonsums. Das weltgrößte Anbaugebiet befindet sich unter und auf dem Himalajagebirge, im nordostindischen Staat Assam, wo Tropenglut, Luftfeuchtigkeit und Bergeskühle den Teecharakter prägen. Nordwestlich liegt das Gebiet Darjeeling mit den feinsten Teesorten. Was der schwarze Tee für Indien ist, übernimmt der grüne Tee in China. Grüner Tee wird im Gegensatz zum schwarzen nicht fermentiert, so erhalten die Blätter ihre olivgrüne Farbe. Der hohe Gehalt an Catechinen, Gerbstoffen, Teein und Vitamin C hat gesundheitsfördernde Wirkung und machte den grünen Tee zum Trendprodukt. Die bekanntesten Sorten sind Gunpowder, Sencha, Bancha und japanischer Olong. Der leicht herbe und etwas grasige Geschmack kommt durch die Luftrocknung zustande. In China gibt es für die echte Teezeremonie auch heute noch eigene Teeräume, in einem ruhigen Winkel des Gartens, die ausschließlich zum Teegenuss betreten werden.
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