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Home / Archiv / November 2003 / Johann Lafer

Johann Lafer

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Meine Philosophie und Motivation



RP: Wie sehen Sie als Ausnahmeerscheinung und Starkoch die Aufgabe der Gastronomie?

LAFER: Die Aufgabe besteht darin, dem Menschen etwas zu bieten. Etwas zu bieten, dass man selbst zu Hause nur unter sehr großem Aufwand genießen kann. Ich kann der Philosophie, dass die Gastronomie Mittel zum Zweck sein sollte, nichts abgewinnen. Die Gastronomie sollte vorbildhaft in die stetige (Weiter-) Entwicklung des Essens, des Genusses und der Lebensfreude allgemein sein!

RP: Was ist für Sie die Grundlage für Top-Qualität bzw. der Spitzengastronomie?

LAFER: Die Grundlage sind und bleiben gute, qualitativ hochwertige und natürliche Ausgangsprodukte! In der Zeit der Globalisierung der Küchen sind manche angewiesen, viele Produkte anzubieten um überhaupt mitzuhalten. In meiner Heimat, der Steiermark, hat man Gott sei Dank nie den Fehler gemacht, sich dem puren Kommerz zu unterwerfen. Ich selbst hab mir anfangs auch zu wenig Gedanken gemacht über die Herkunft der Produkte und der Inhaltsangaben. Ich habe diesen - für mich vorderdringlichen - Ansatz im Zuge meiner Karriere kennen und schätzen gelernt. Der beste Koch mit der besten Ausbildung und dem größten Repertoire an Erfahrungen kann keine Qualität schaffen, wenn die Produkte nicht gut sind. Genau das macht die gehobene Küche aus.

RP: In Österreich sind Sie bekannt - in Deutschland sind Sie ein Star!

LAFER: Ich weiß nicht ob ich das bin, jedenfalls bin ich meinen Grundsätzen und meiner Philosophie treu geblieben. Qualität, Dienstleistung und Perfektion sind für mich Lebensaufgabe. Das sich dabei letztendlich etwas entwickelte, was heute eine gewisse Aufmerksamkeit erregt, freut mich sehr. Ich habe dies alles nicht bewusst angestrebt. Für mich standen die Gäste im Vordergrund und natürlich ein Unternehmen, das wirtschaftlich funktionieren muss.


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